I. Die Macht der Entscheidung.
Sprenge deine inneren Fesseln, indem du deine Ängste überwindest!

 

 

1. Wie ich in meinem Leben feststeckte und nicht mehr weiterwusste

 

Ein eingesperrter Vogel.

Entdeckt eine offene Tür und fliegt –

in die Freiheit!

Kurz darauf
kehrt er freiwillig wieder in seinen Käfig zurück –

Kommt dir das bekannt vor?

Ich hatte dies nicht nur geträumt, sondern gerade auch erlebt:
Zwei Tage zuvor hatte ich mich zur Trennung entschlossen gehabt.

Sagte es meinem Mann.

Plötzlich, ein paar Minuten später, spürte ich meine ganze Kraft und Energie wieder in meinen Körper und Herz zirkulieren –
Ich gewann gleich am nächsten Tag wieder meine ursprüngliche Lebensfreude und Tatkraft zurück!

Diese Entscheidung fühlte sich gut und richtig an – in Geist, Körper und Herz!
Ich spürte, ich komme wieder in die Einheit zurück – zu mir selbst.

Doch dann rollten Ängste heran, groß wie Lawinen.
Ich wusste, dass ich Gefahr lief, meine Kinder zu verlieren.
Meine immer wiederkehrenden Depressionen (die während der unglücklichen Partnerschaft bei mir erstmals aufgetreten sind), waren DIE Trumpfkarte für meinen Mann, mit der er die Kinder für sich allein beanspruchen wollte.
Diese Horrorvorstellung nutzte er immer wieder, um mir die dunkelschwarzen Trennungsfolgen auszumalen.

Kannst du erraten, wie ich als Mutter daraufhin handelte?

Richtig, ich flog wieder in meinen Käfig zurück …

Die Verzweiflung über mein erzwungenes Käfigdasein, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gab, nahm mir wieder meine letzte Energie. Ich stand am Abgrund, alles erstarb in mir.
Abschied von meinem lebendigen Kern.
Letzte Funken glimmten auf und erloschen.
Lebensfreude lag tief in mir vergraben, nicht mehr auffindbar.

Was hat mich diese Erfahrung gelehrt?
Bevor wir mit meinen Erkenntnissen, die ich daraus zog, weitermachen…
Wie sieht es eigentlich gerade in deinem Leben aus?

 

 

2. Mach‘ eine Bestandsaufnahme: Wo genau stehst du gerade?

Spürst du, wie du überall an Grenzen stößt, wie deine Kräfte abnehmen, du nur noch funktionierst oder auch gar nicht mehr?
Leidest du nicht nur am Stress, sondern spürst dessen Auswirkungen unmittelbar an deinem Körper?
Fühlst du dich müde und ausgelaugt, möchtest dem Ganzen am liebsten den Rücken kehren?
Dann ist es höchste Zeit, dein Leben kritisch abzuklopfen und dich zu fragen:

• Was belastet mich und drückt mich runter?
• Womit denke ich, leben zu müssen?
• Was frustriert mich?
• Wovor habe ich Angst?
• Wo fühle ich mich ohnmächtig?
• Was würde ich am liebsten verändern, wenn ich einen Zauberstab in die Hand bekäme?

Es gibt eine Klinik in dem Ort Scheidegg, in der auch ich damals gewesen bin.
Viele Menschen stehen hier am Scheide-Weg ihres Lebens:
Sie stehen vor einer Ent-scheid-ung und bereiten sich in dieser Zeit darauf vor, den Mut und die innere Klarheit dafür zu sammeln.
Wenn du solch einen Ort jetzt nicht aufsuchen kannst, dann ist es umso wichtiger, dass du dir diesen Raum innerlich schaffst, um dich diesen ganzen Fragen zu stellen und ehrliche Antworten zu finden. Nimm‘ diese Fragen mit auf einen längeren Waldspaziergang und du wirst danach mehr über dich wissen als vorher.

3. Lebenskrise – Warum stecke ich so fest?

 

Wir geraten dann in eine Krise, wenn das Leben, das sich im Fluss befindet, an diesem Fließen gehindert wird.

Daisetz Teitaro Suzuki

 

Wer sich gegen den Lebensstrom sperrt und dagegen ankämpft, der verliert seine Kräfte in einem sinnlosen Kampf und geht letztlich unter. Der Weg des Herzens hingegen steht immer im Einklang mit deinem natürlichen Lebensstrom.

Stimmiges Handeln hat immer eine befreiende Wirkung

Wenn du an den wichtigsten Wegscheidungen deines Lebens mutige, stärkende Entscheidungen zur Veränderung triffst, gestaltest du dein Leben bewusst zum Besseren hin.

Dann öffnest du die Schleusen, so dass der Fluss deines Lebens in die für dich stimmige Richtung weiterfließen darf – dorthin, wo dein Herz am wärmsten und am kräftigsten schlägt.

 

Doch oft hakt es: Die Schleusen sind fest versperrt.

Woran liegt das? Wie kann ich meinen Lebensstrom endlich wieder zum Fließen bringen, fragst du dich…?

Oft sind unsere Ängste sehr mächtig: Es sind richtig fiese, rostige Riegel, mit denen unsere Schleusen fest verrammelt sind. Nur auf dem ersten Blick schienen diese Riegel bei mir von außen zu kommen – durch die Drohungen meines Ex-Mannes.

Schaute ich genauer hin, habe ich sie selbst aktiviert:

Denn wer hat es nicht gewagt, diese Riegel näher zu untersuchen und sie, trotz allem, mit aller Willenskraft, hochzuschieben?

Wer nahm die Ängste als Ausreden dafür, im altbekannten Elend zu verharren und nichts zu verändern?

 

4. Dein Verstand ist ein fleißiger Ängste-Produzent:

Warum es nicht hilfreich für dich ist, ausschließlich auf ihn zu hören!

Ich weiß nicht, ob du das auch kennst:

Mein Verstand war schon immer sehr erfinderisch, wenn es darum ging, mir die mutigen Herzensentscheidungen auszureden – denn die Aufgabe unseres Verstandes ist es immer, den sichersten Weg für uns zu finden.

Das Problem dabei ist: Dein Verstand steht im Dienst der Angst – und dieses Gespann ist wahrlich nicht nur stark, sondern durchaus gefährlich!

In früheren Zeiten hat der sichere Weg natürlich erstmal Sinn gemacht:

Keiner wollte dem Säbelzahntiger ins offene Maul laufen.

Wenn es um Affekte, wie z.B. Angst geht, ist ein entwicklungsgeschichtlich sehr alter Teil des Gehirns aktiv: Im sogenannten limbischen System beeinflusst u.a. die Amygdala unsere Reflexe, bzw. unser Handeln (Flucht) oder Nichthandeln (Erstarrung).

 

A. Deine Herzensstimme kennt den für dich stimmigen Weg.

Möchtest du primär deinen Urinstinkten gehorchen oder willst du dich lieber von höheren Impulsen leiten lassen?

Diese führen dich weiter in dein persönliches Glück, als es der angstbesetzte Verstand je vermag!

Höhere Impulse kann dir allein nur deine Herzensstimme senden – sie richtet sich an den mutigen Krieger bzw. an die mutige Kriegerin in dir:

Kannst du ihr Wispern hören?

Es ist wirklich nicht einfach, die Impulse deines höheren Selbst zu vernehmen angesichts eines so übermächtigen Verstandes, der sich wappnet mit allerlei Argumenten, Beispielen, Zahlen, vergangenen Erfahrungen, Beweisen usw.

 

B. Beuge dich nicht deinen Ängsten!

Bist du ein Herzensmensch?

Dann ist der sichere, bequeme Weg erst recht nichts für dich!

Wenn du auf deine Ängste hörst, dann bleibst du in deinem bisherigen, engen Radius gefangen.

Herzensmenschen gehen förmlich ein, wenn sie in der Angst feststecken und nur in Sackgassen leben. Dazu gleich mehr.

Sicherlich kommt die Stimme der Angst auch dir ziemlich bekannt vor:

  • Das Leben ist nun mal schwer.
  • Der schwerere Weg ist der bessere.
  • Ich kann das doch nicht ändern!
  • Dann würde sehr viel Schlimmeres passieren!
  • Ich muss für meine Sicherheit sorgen.
  • Ich bin es nicht wert, ein gutes und einfaches Leben zu haben.

Welche Sätze fallen dir noch ein, die dich kleinmachen?

  

C. Fürchtest du die Veränderung?

 In deinem Leben hast du vielleicht gerade das Gefühl, nur die „Wahl“ zu haben zwischen grau lackiertem „Schlimm“ und hellgrau lackiertem „Schlimm“?

Du bist hin und hergerissen, fühlst dich wie in einer Zwickmühle, denn du weißt nicht mehr weiter und fragst dich:

  • Woher nehme ich nun die Kraft und das Vertrauen, den schwereren Weg zu wählen, der mich zunächst in den vermeintlichen Abgrund stürzt?
  • Soll ich meinen Job loslassen und womöglich auf der Straße landen?
  • Soll ich mich trennen und womöglich keinen neuen Partner mehr finden?
  • Soll ich mich scheiden lassen und dadurch meine Kinder an den Vater verlieren?

So spricht voller Genugtuung der Verstand zu dir – in Form von rhetorischen Fragen, die dir suggerieren sollen, dass das Unglück damit doch schon vorprogrammiert ist.

 

 D. Was passiert, wenn du deinem Verstand das Zepter in die Hand gibst?

 

Wenn du deine Macht abgibst, indem du auf deinen Verstand (Ängste) hörst, kommst du in die Ohn-Macht.

Du gibst die Macht über dein Leben, d.h. deine Entscheidungen und Handlungen ab an deinen angstbesetzten Verstand.

Ängste sind die Super-Blocker deines Lebensflusses.

Ohnmacht bedeutet Lähmung, Sackgasse, Energieverlust, Stillstand und Tod.

Ohnmacht ist eines der am schnellsten wirksamen Mittel, wenn du mal eine handfeste Depression erleben möchtest.

Mit der Depression, die ich gewählt hatte, schleppte ich mich mühsam durch das Tal des inneren Todes.
Nach zwei Jahren war mir endlich klar:
Ich hatte zu wählen zwischen Leben und Tod!
Was hätten meine Kinder denn noch von ihrer Mutter gehabt, wenn diese zunächst nur noch physisch für sie vorhanden wäre und eines Tages selbst einmal das nicht mehr?

Ich wusste, ich konnte so nicht weitermachen.
Wenn ich weiterleben wollte, musste ich mitten hineinspringen in meine Ängste, die mein Verstand mir erbarmungslos um die Ohren donnerte:
• Sicher würdest du deine Kinder an den Vater verlieren.
• Sicher würdest du bis an dein Lebensende hochverschuldet dahindümpeln, aufgrund der risikofreudigen Wohnungskäufe deines Mannes.
• Sicher würdest du im sozialen Aus landen, stigmatisiert als unfähige, kranke Mutter.
• Sicher hätten deine Kinder nach einer Trennung noch mehr unter Spannungen und Streit zu leiden als vorher, weil du jetzt schon spürst, dass ein friedlicher Weg für deinen Mann undenkbar ist.
• Sicher wirst du weiterhin depressiv und damit handlungsunfähig bleiben – dann wäre alles umsonst!

Im Grunde erschienen mir diese Horrorszenarien weitaus schlimmer, als auf dem bisherigen direkteren Weg des Todes weiter zu stolpern ins absolute Nichts.
Trotzdem war dies keine Lösung!
Ich MUSSTE etwas verändern – denn in mir gab es noch eine kleine Flamme an Lebenswillen, die sich trotz allem gehalten hatte.
Mir blieb also nichts anderes übrig, als trotz großer Risiken meiner inneren Stimme zu folgen, die mir zuflüsterte:
„Wenn du es wagst, dich zu befreien, dann kann deine Seele wieder frei atmen!“
Es kommt im Leben darauf an, TROTZ der übermächtigen Ängste, die dich zu überrollen drohen, deinem Herzen vertrauensvoll zu folgen.
Schiebe diese Ängste nicht weg von dir, gehe ihnen nicht aus dem Weg!
Sonst kommen sie durchs Hintertürchen einfach wieder rein.
Nimm‘ deine Ängste bewusst wahr, aber stelle sie auf den Prüfstand, indem du einmal genau hinhörst und dich dann fragst
Weiß ich zu 100 %, dass das Horrorszenarium XY eintreffen wird?
Ist es ganz sicher, dass ich dann daran sterben werde?

E. Entlarve die Spielchen deines Verstandes

Er kann ein gefährlicher Miesmacher und Schwarzseher sein, dessen Horrorbilder nichts mit der Realität zu tun haben. Überprüfe dies einmal anhand deiner vergangenen Erfahrungen, wo du Wagnisse eingegangen bist, obwohl der Verstand dir vorher Tod und Teufel prophezeit hatte.
Merkst du was?
Er ist nicht der Allwissende, als der er sich so gerne bei dir verkaufen würde!
Er ist nicht die absolute Referenz, wenn es um verlässliche Zukunftsvorhersagen geht!

Streiche daher alle Sätze, die dir von der Angst eingeflüstert werden, nach und nach aus deinem Denken!
Verabschiede dich von diesen Lügen und Schleusenverriegelungen, die dich von deinem wahren Glück trennen!
Selle sie in Frage – immer und immer wieder: „Ist das wirklich wahr?“
Ich kann es nicht oft genug betonen: Es kommt im Leben darauf an, TROTZ der übermächtigen Ängste, die dich zu überrollen drohen, deinem Herzen vertrauensvoll zu folgen.
Und darauf zu vertrauen: Mein Herz hat einen größeren Weitblick als mein Verstand!
Wenn du deinem Angst-Verstand die Absage erteilt hast, dann wirst du zu einem selbstverantwortlichen Menschen:
Du gibst die Macht über dein Leben nicht mehr an andere Menschen oder an die Umstände ab.
Du weißt jetzt: Ich selbst bin der einzige Mensch, der an meiner Situation wirklich etwas verbessern kann.

Zaghaft fragst du dich jetzt vielleicht: „Aber wie denn?“

Lies dazu einfach die Fortsetzung:

„Die Macht der Entscheidung II. Nimm‘ das Ruder deines Lebensbootes wieder kraftvoll in deine Hand!“

Fiene
Author: Fiene